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27.02.2015 Kategorie: Presse

PAULINUS, MÄRZ 2015: DER LEBENSABEND IM SENIORENHEIM KANN DURCH NIEßBRAUCH- UND WOHNRECHT VERHINDERT WERDEN

Erben und Vererben - Individuelle Vorsorge treffen


Jutta Christen

Wenn keine erbrechtliche Vorsorge getroffen wird, drohen nervenaufreibende Streitereien innerhalb der Familien. Umso erstaunlicher, dass weit über die Hälfte der deutschen Bürger keine Regelungen für den Erbfall getroffen hat.

Die Erfahrung zeigt: Wenn im Familienkreis lösungsorientiert diskutiert wird, beseitigt dies vorhandenes Misstrauen und begünstigt ein entspanntes Miteinander der Generationen. Schließlich geht es darum, den – meist mühsam erarbeiteten - Vermögensstand für sich selbst, den Partner, für Kinder und Kindeskinder zu bewahren.

Kluge Verträge helfen außerdem Einkommens- und Erbschaftssteuer sparen und schützen alle Beteiligten vor einem überdimensionierten Zugriff des Finanzamtes.

Patchworkfamilien sind auf dem Vormarsch. Bisher erben laut deutschem Erbrecht Blutsverwandte und Adoptivkinder, wobei die Erbfolge in Erben der ersten, zweiten und dritten Ordnung festgelegt ist. Wer andere Prioritäten setzt, muss sie in belastbaren Verträgen festschreiben. Vor dem Gang zum Notar ist die professionelle Beratung durch einen Profi im Familienrecht ratsam.

Diverse „Werkzeuge“ hat der Erblasser zur Auswahl, um das Erbe in seinem Sinne zu erhalten: beispielsweise Schenkungen, Vorabvermächtnisse oder die Festschreibung eines konkreten Nießbrauchs- und Wohnrechts im eigenen Haus, um den Lebensabend in einem Seniorenheim zu verhindern. Ein gesundes Misstrauen kann nicht schaden: Die individuellen Bedürfnisse können beispielsweise mit Hilfe von Nutzungsvorbehalten, Leibrenten, Rückforderungsansprüchen oder Vertragsstrafen sichergestellt werden.

Es ist unangenehm, sich mit der eigenen Vergänglichkeit zu konfrontieren. Dennoch sollte jeder eine Betreuungs- und Vorsorgevollmacht formulieren. Auch diese Verträge sorgen für gegenseitige Rechtssicherheit und damit für Klarheit innerhalb der eigenen Familie.

Jutta Christen

Fachanwältin für Familienrecht

Fachanwältin für Arbeitsrecht


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